Christoph Melichar - Praxis für Lerntherapie

Lerntherapie

Lerntherapie ist ein Zusammenspiel von Förderangeboten, die darauf angelegt sind, den in seinem Lernverhalten ineffektiven Schüler beim Aufbau erfolgreicher Strategien zu unterstützen. Von Teilleistungsschwächen Betroffene werden zur Differenzierung ihrer Wahrnehmung und bei der Organisation ihrer Vorstellung angeregt. Der logische Aufbau von Kenntnissen wird beim einzelnen Kind gefördert, damit sich Lernerfolge auf einer gesicherten Grundlage entwickeln.

Der Abgleich von Schulleistungs- und Begabungstests ermöglicht es, Stärken und Schwächen des Schülers gegenüberzustellen, um Ansatzpunkte für notwendige Lernschritte zu finden und gleichzeitig die Ressourcen des Schülers zu erkennen. Vom Ausgangslernstand her wird unter auf ein - auch zeitlich definiertes - Behandlungsziel hin gearbeitet.

Je nach Art des zu bearbeitenden Problems findet das Training einzeln oder in Kleingruppen statt. Die auf dem Fertigkeitenstand des Schülers zugeschnittenen Lernmaterialien, Aufgaben und Trainingsprogramme werden nach ihrer wissenschaftlich erwiesenen Wirksamkeit ausgewählt, aber auch nach der Eignung für die Individualität des Kindes.

Lerntherapie bedeutet immer auch, Motivation und Eigenaktivität anzuregen und Selbstkontrollmöglichkeiten zu vermitteln. Die ursprüngliche Freude des Kindes, Neues zu entdecken, ist bei vielen Schülern durch Frustrationserlebnisse oder selbstwertbeeinträchtigende Reaktionen der Umwelt im betroffenen Erfahrungsbereich verloren gegangen. Lerntherapie hat dann die Funktion , festgefahrene Kommunikationsmuster zu umgehen und gegebenenfalls Ängste und Lernblockaden zu bearbeiten.

Die pädagogische Beziehung ist darauf ausgerichtet, dass Grundgefühl der Geborgenheit, der Selbstwirksamkeit und der Bedeutsamkeit beim Kind zu stärken. Persönliche Interessenanknüpfungen sollen helfen, schulische Lerninhalte als Mittel zur Auseinandersetzung mit der Realität zu erleben. Die gegenständlich-sinnliche Repräsentation des Lerngegenstandes und die Integration von Bewegung führen zu einer aktiven, begreifenden Aneignung der Lerninhalte. Bei schwerwiegenden und verselbständigten Störungen des Lernverhaltens wird darüber hinaus mit psychologischen Techniken und Prinzipien gearbeitet, wie z.B. Selbstinstruktionstraining und Entspannungsübungen.